48372

Fotozirkel im Müllerhof

Mittweida e.V.

Auensteig 37

09648 Mittweida

 

Tel.: 03727 9799562

Fax: 03727 979708

E-Mail:

 

 
 

Mit dem Motorrad ins Himalaya

Nepal

einst das Königreich der Hindus im Himalaya mit seinen Hügellandschaften, ewig schneebedeckten Bergriesen, reißenden Flüssen, Dschungel und Regenwäldern,

war das Ziel meiner Motorradreise im vergangenen Jahr.

 

Nach einem anstrengenden Flug und glücklicher Landung in Kathmandu bringt uns ein Bus durch den chaotischen Verkehr der Stadt zum Hotel. Ein erster Stadtrundgang in dem Vorort von Kathmandu war eine interessante Einstimmung auf

die kommenden Tage der Reise welche ich hier kurz schildern möchte.

 

15. Oktober 2017 - Heute übernehmen wir unsere Motorräder. Mit kernigem Sound startet der Einzylinder und die 24 Pferde beginnen an der Kette zu zerren. Eine 1500km Motorradtour durch Nepal im Schatten der höchsten Berge dieser Erde, dem Himalaya, mit einem, etwas anderen, Motorrad, beginnt! Eine „Royal Enfield Bullet 500“,englisches Schwermetall „Made in India“ (wird dort seit über 60 Jahren originalgetreu weitergebaut), ist jetzt mein Gefährt(e) für die abenteuerliche Tour.

 

Die Reise führte von Kathmandu über Mugling und Bandipur nach Pokhara. Vom Aussichtspunkt Sarangkot auf 1.600 Metern Höhe, genießen wir den Blick auf die Berggipfel des Annapurna und das Dhaulagiri-Massiv. Weiter geht`s hinauf nach Tansen auf 1300m Höhe. Am Tag darauf über Butwal hinunter zum „Chitwan Nationalpark“.

Eine Elefantensafari durch den Dschungel und ein Bad mit Elefanten sind hier das „Highlight“. Über Daman auf 2600m zurück durch Kathmandu, hinauf nach Nargakote.

Von hier nach Charikot auf 2000m. Ein Abstecher am folgenden Tag bringt uns nach Jiri, einem Startpunk für Trekking- Touren zum Mt.Everest. Die ca. 250km Rückfahrt von Charikote nach Kathmandu ist unser letzte Ritt auf der, inzwischen lieb gewonnenen, „Enfield“.

 

Zurück in Kathmandu - die ehemalige Königsstadt ist die Hauptstadt von Nepal und mit ca. einer Million Einwohnern auch die Größte des Landes. Wer das erste Mal nach Kathmandu kommt, wird geschockt sein. Sobald man das Flughafengelände verlässt, taucht man in eine andere Welt ein. Der Verkehr auf den sich nicht im besten Zustand befindlichen Straßen ist für uns das totale Chaos. Die Stadt hat nur wenige, große, ausgebaute Straßen. Die meisten sind eng, einspurig und in einem miserablen Zustand. Die Ampelregelung ist seit dem Erdbeben funktionsuntüchtig. Im chaotischem Straßenverkehr kämpft man gegen Viehkarren, Rikschas, Fußgänger, Motorräder, Fahrräder und mit Menschen vollgestopften Busse und, natürlich - Kühe.

 

In den engen Gassen der Altstadt herrscht reger Betrieb. Hier wird alles verkauft, was man sich nur vorstellen kann. Es gibt von Ansichtskarten, Schmuck, Stoffe über Hühnchen bis Cannabis und ähnliche Rauschmittel einfach alles. „Thamel“ , das  Touristenzentrum schließt nahtlos an die Altstadt Kathmandus an. Moderne Restaurants und Geschäfte liegen nur wenige Gehminuten vom Königspalast und zahlreichen Tempeln entfernt.

 

Die Geräuschkulisse aus "Mopped"-Geknatter, unablässigen Hupen, Musik aus Läden und Geschrei von Krähen ebbt erst mit Einbruch der Dunkelheit ab und geht in ein nicht enden wollendes Hundegebell über.

 

Mit Tagesanbruch kehren die Krähen, Busse und "Moppeds" zurück, die Stadt erwacht und das Spiel beginnt von vorn.

 

Unsere Reise durch Nepal war wie eine Reise in eine längst vergangene Zeit, in ein Land, indem starke Gegensätze überall aufeinanderprallen. Landwirtschaft ist fast ausschließlich körperliche Schwerstarbeit, moderne Technik Mangelware, die Kuh heilig und Plastik-Müll verschandelt die Umwelt soweit das Auge reicht. Andererseits gehört ein Smartphone selbst in entlegenen Bergdörfern zum Standard.

 

Es entstehen neue moderne Gebäude, die Menschen sind überaus freundlich und trotz Armut recht gut gekleidet. Nepal zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und ist stark vom Tourismus abhängig. Viele touristisch interessante Städte sind noch heute vom Erdbeben 2015 geprägt, Straßen durch starke Monsunregen der letzten Jahre kaum befahrbar, oder regelrecht verschwunden. Unsere täglichen Etappen von Stadt zu Stadt erfordern nicht nur wegen des Linksverkehrs die höchste Aufmerksamkeit des Bikers. Die wenigen Straßen sind überwiegend schlecht, sehr staubig, eng und kurvenreich.

 

30.Oktober 2017 - Ende einer atemberaubenden Tour durch das Land der Götter. Alles Das, die entlegenen, spektakulären Bergstraßen, die alten Städte mit Basaren und Palästen, die einsame Dörfer in einsamer Wildnis mit den stets freundlichen Menschen – wie könnte man dies alles hautnaher erleben und erfahren, als auf einem Motorrad!?

 

Ich hoffe, ich kann mit meinen Bildern dem Betrachter das Land im Himalaya etwas näher  bringen. Über einen Eintrag ins Gästebuch würde ich mich sehr freuen.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Peter Haider